Eine kurze Geschichte der Paarberatung

Ab den 1950er Jahren führen regionale Vereine der Reformierten Kirche und der Katholischen Kirche «Eheberatungsstellen». In den siebziger Jahren vereinigten die beiden Kirchen die Beratungsstellen zu einem «ökumenischen» Beratungsangebot. Denn die gesellschaftlichen Entwicklungen mit ihren veränderten Beziehungsformen und steigenden Scheidungszahlen stellten Familie und Partnerschaft vor neue Herausforderungen. Seither steht das Beratungsangebot allen Ratsuchenden unabhängig von Konfession und religiöser Herkunft offen, für Paare in Scheidung besteht die Möglichkeit, die Trennung mit einer Familienmediation durchzuführen. 

Im Jahr 1985 stimmte die Schweizer Bevölkerung dem neuen Eherecht zu. Gemäss ZGB hatten nun die Kantone dafür zu sorgen, dass sich die Ehegatten bei Eheschwierigkeiten gemeinsam oder einzeln an Ehe oder Familienberatungsstellen wenden können. Die Zürcher Regierung kam 1988 zum Schluss, dass die reformierte und katholische Kirche mit ihrem Beratungsangebot eine staatliche Aufgabe erfüllen. Deshalb unterstützt der Kanton Zürich die Paarberatung & Mediation im Kanton Zürich. Da die Subventionen nicht genügend, um die einkommensabhängig ermässigten Beratungskosten für Ratsuchende zu decken, müssen noch weitere Geldquellen erschlossen werden. 

Um die Jahrtausendwende wurde bei den nicht mehr zeitgemässen Strukturen der Reformbedarf immer deutlicher. Nach mehreren Anläufen wurde die Paarberatung und Mediation schliesslich im Jahr 2015 mit einer kantonalen Trägerschaft für die dezentralen Beratungsstellen reorganisiert. Dazu bildeten die beiden Kirchen den «Ökumenischer Verein Paarberatung & Mediation im Kanton Zürich und errichteten eine zentrale Geschäftsstelle. Die Angebote, die Bedingungen sowie die Tarife konnte vereinheitlicht werden, ebenso die Erreichbarkeit der Beratungsstellen sowie der öffentliche Auftritt.